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Am Mittwoch, 12. August, ist über Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Auch in Essen wird sich der Mond für kurze Zeit vor die Sonnenscheibe schieben und einen großen Teil unseres Heimatsterns verdecken.
Bei einer Sonnenfinsternis stehen Sonne, Mond und Erde nahezu exakt auf einer Linie. Der Mond zieht – von der Erde aus betrachtet – vor der Sonne vorbei und wirft seinen Schatten auf die Erde. In Essen wird die Sonne an diesem Tag nicht vollständig, sondern partiell verfinstert. Zum Zeitpunkt der größten Verfinsterung werden knapp 90 Prozent der Sonnenfläche vom Mond bedeckt sein. Eine stärkere Sonnenbedeckung wird von Deutschland aus erst wieder bei der totalen Sonnenfinsternis am 3. September 2081 zu beobachten sein.
Die Sonnenfinsternis beginnt in Essen um 19:17 Uhr, erreicht ihren Höhepunkt um 20:11 Uhr und endet kurz nach 21 Uhr, zufälligerweise zusammen mit dem Sonnenuntergang an diesem Tag. Da sich die Sonne während der Finsternis bereits tief im Westen befindet, empfiehlt sich ein Beobachtungsplatz mit möglichst freiem Blick zum Horizont, zum Beispiel eine unbewaldete Halde oder höher gelegene freie Felder im Essener Westen.
Aus diesem Grund kann leider keine Beobachtung an der Walter-Hohmann-Sternwarte angeboten werden, da dort Bäume keine freie Sicht auf die verfinsterte Sonne mit den Teleskopen der Sternwarte ermöglichen.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Niemals darf ohne geeignete und unbeschädigte Sonnenfilter direkt in die Sonne geblickt werden – weder mit bloßem Auge noch mit Ferngläsern oder Teleskopen. Andernfalls drohen schwere und irreversible Augenschäden. Für die sichere Beobachtung eignen sich ausschließlich zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen oder speziell für die Sonnenbeobachtung ausgerüstete Instrumente.
Die partielle Sonnenfinsternis am 12. August bietet die seltene Gelegenheit, die Dynamik unseres Sonnensystems unmittelbar zu erleben. Sie verdeutlicht eindrucksvoll einen bemerkenswerten kosmischen Zufall: Obwohl die Sonne einen rund 400-mal größeren Durchmesser als der Mond besitzt, ist sie zugleich etwa 400-mal weiter von der Erde entfernt. Deshalb erscheinen beide Himmelskörper am Himmel nahezu gleich groß – eine Voraussetzung dafür, dass Sonnenfinsternisse überhaupt möglich sind.
Sonnenbeobachtung auf dem Stone Techno Festival 2026 auf der Kokerei Zollverein
Techno und Astronomie - passt das zusammen? Diese Frage haben wir uns zunächst auch gestellt – und die Antwort lautet: Ja!
Am 11. Juli waren wir mit unseren Sonnenteleskopen auf dem Stone Techno Festival auf der Kokerei Zollverein vertreten. Das Festival, das unter anderem vom Ruhr Museum mitorganisiert wird, verbindet elektronische Musik mit Wissenschaft und Kultur. Unter dem Dach des „Geopark Ruhrgebiet“ waren zahlreiche Organisationen mit Informationsständen vertreten, an denen Besucherinnen und Besucher Wissenschaft hautnah erleben konnten. Nachdem sie bei uns die Sonne beobachtet hatten, konnten sie sich an den Nachbarständen u.a. über Geologie und Bergbau informieren, so zum Beispiel beim Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier.
Wir waren beeindruckt, wie groß das Interesse an der Sonnenbeobachtung war. Zahlreiche Festivalgäste – darunter auch viele aus dem europäischen Ausland – nutzten die Gelegenheit, unseren Heimatstern durch die Teleskope zu betrachten. Die sichtbaren Sonnenflecken und Protuberanzen sorgten bei vielen für echte Überraschung – und nicht selten für begeisterte Reaktionen.
Für uns war es eine besondere Erfahrung, die Faszination der Astronomie an einen ungewöhnlichen Ort zu bringen und Menschen zu erreichen, die den Weg in unsere Sternwarte sonst vielleicht nicht gefunden hätten. Genau solche Begegnungen zeigen, dass Wissenschaft überall begeistern kann – sogar zwischen Industriekulisse und Techno-Beats.

